Du und Demokratie

Mit unserem Projekt „Du und Demokratie“ haben wir uns der Herausforderung gestellt, einen Ausschnitt dieser vielseitigen Geschichten darzustellen. Durch unsere interdisziplinäre Herangehensweise, durch die Kombination von Politik und Kunst, Text, Sprache und Bild haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Vielfalt von Demokratie am Beispiel von Deutschland und der Schweiz aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und darzustellen.

Was denkst du über Demokratie?

In der ersten Phase unseres Projekts haben wir Studierende aus Deutschland und der Schweiz dazu aufgerufen, uns zu der Fragestellung „Demokratie – was steckt dahinter? Was bedeutet Demokratie für dich?“ einen freien Textbeitrag einzureichen. Eine Jury um Adolf Muschg, schweizerischer Schriftsteller und Dichter, Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg, Denise Eisenbeiser, Vorstandsmitglied der Jungen Presse e.V. und Lucie Yertek, Mitglied des Organisationsteams, hat die vier besten Beiträge nach vorgegebenen Kriterien ausgewählt. Die Auswahl spiegelt die Vielfältigkeit, Kreativität und Individualität der eingereichten Beiträge wider. Neben einem journalistischen Beitrag befanden sich auch ein Gedicht, ein Essay und ein literarischer Text unter den je zwei deutschen und schweizerischen Gewinnertexten.

Im zweiten Schritt wurden die Texte von ausgewählten deutschen und schweizerischen Künstlern (44Flavours, Frank Höhne, Serafine Frey, Lina Müller und Luca Schenardi) interpretiert und in künstlerischen Illustrationen visuell verwirklicht. Die besondere Herausforderung bestand darin, die Kernaussagen der Texte ohne Rücksprache mit den Autoren darzustellen. Die individuelle Aufnahme und Interpretation fremder Überlegungen durch den jeweiligen Künstler beeinflusst dabei die Transformation des Schriftlichen ins Bildliche und schafft eine weitere diskursive Dimension.

Schließlich wurden Texte und Bilder in einem Ausstellungskonzept, entwickelt und umgesetzt von Studierenden der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle, im Raum inszeniert. Im Fokus des Ausstellungskonzepts lag die Transparenz des künstlerisch-gesellschaftlichen Dialogs, die Schaffung eines kommunikativen Moments, über die Eröffnungsveranstaltung hinaus. Schließlich sollte der Ort an sich nicht nur zur Reflexion über Demokratie anregen sondern auch auf ein gemeinsames Miteinander abzielen.

Demokratische Vielfalt hautnah erleben

Die literarischen und künstlerischen Ergebnisse wurden gemeinsam während eines mehrwöchigen Zeitraums im Foyer der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität Berlin ausgestellt. Die Ausstellung wurde am 27.06.2014 mit einem bunten Rahmenprogramm feierlich eröffnet. Nicola Forster, Präsident des schweizerischen Think Tanks foraus, führte die mehr als 80 Gäste als Moderator durch den Abend. Nach einer Einführung in die schweizerische Demokratie durch die schweizerische Gesandte zu Berlin Daniela Stoffel hielt Dr. Johannes Bohnen, Experte für politische Analyse, strategische Kommunikation und Bürgerbeteiligungsverfahren bei Bohnen, Kallmorgen und Partner und Sprecher von Respublica e.V., sowie Mitglied Tönissteiner Kreis e.V., ein Impulsreferat zum Thema „Die Politisierung der Bürgergesellschaft“. Anschließend wurden die Texte von Poetry Slammern und Schauspielerinnen präsentiert und die Autoren ausgezeichnet, ehe die Besucherinnen und Besucher die Ausstellung erkunden durften. Besonders spannend zu beobachten war das Aufeinandertreffen der Künstler und Autoren, die sich über ihre Gedanken und Interpretationen ihrer Werke austauschen konnten und dabei auch mit den Gästen der Veranstaltung ins Gespräch kamen. So konnte jeder der Anwesenden seinen individuellen Beitrag zum Thema Demokratie einbringen und sich von unterschiedlichen Einflüssen inspirieren lassen.

Die Wichtigkeit individueller Teilhabe

Die Synergie - einer schreibt, einer interpretiert - ermöglicht die Transformation demokratischer Ideen in persönliche Interpretation. Damit wird demonstriert, wie durch Input unterschiedlicher Personen und deren Ideen von Demokratie sich das große Ganze verwandelt. Das Endprodukt symbolisiert den demokratischen Prozess - die Einwirkung verschiedener Perspektiven und Ideen auf eine Thematik. Durch die Wahrnehmungen und Interpretationen, die die  Besucher der Ausstellung beim Betrachten der Exponate machen, bleibt das Endprodukt Gegenstand weiterer individueller Überlegungen. Wir sind der Überzeugung, dass Demokratie nur durch die Partizipation der breiten Bevölkerung lebendig gestaltet werden kann. Dazu gehört es Themenkomplexe aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und gemeinsam an Endergebnissen zu arbeiten. Dieser Prozess endet nie und wird durch die Partizipation der Bevölkerung geprägt.

Während des Ausstellungszeitraumes hat auch eine interaktive Führung für Schulklassen stattgefunden.

Unsere Kooperationspartner

Unser Projekt „Du und Demokratie“ wurde von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der schweizerischen Botschaft zu Berlin, foraus, der Jungen Presse e.V. und der Humboldt Universität zu Berlin tatkräftig unterstützt.

 

Team: Jonas Freist-Held, Lenia Hausen, Lina Schmitz-Buhl, Lucie Yertek

Kontakt: demokratie [at] toenissteiner-studentenforum.de