Durch deine Augen – eine Perspektivenreise

Wie fühlt sich eigentlich…? (Hintergrund und Fragestellung)

Wenn es um diskriminierte Gruppen geht, haben wir alle Vorstellungen von deren möglichem Leben – allerdings, ohne mit Angehörigen dieser Gruppen stärker in Berührung gekommen zu sein. Meist gehören diesen Bildern Stereotype und Vorurteile an – ein Nährboden für weitere Diskriminierung, die, obgleich vielfach überwunden geglaubt, tief in unseren Denkmustern verankert ist. Berührungsängste oder die Angst davor, „etwas Falsches“ zu sagen, verhindern, dass diese Vorurteile offen angesprochen werden. Können wir einen Raum gestalten, in dem Vorurteile gemeinsam mit Angehörigen der betroffenen Gruppen thematisiert werden – und somit zu einem nachhaltigen Abbau von Vorurteilen beitragen?

Wie erreichen wir das?

Um dies zu erreichen, soll eine interaktive Begegnungsstätte geschaffen werden, die Besucher durch einen dreischrittigen Prozess begleitet. Zunächst werden Diskriminierung und Empathie als Konzepte mithilfe klassischer Museumsmethoden erfahrbar gemacht (Videosequenzen, Infotafeln, kurze Einführung). Im zweiten Schritt werden Museumsbesucher Angehörigen von diskriminierten Gruppen begegnen. In persönlichen Gesprächen können Besucher über deren Diskriminierungserfahrungen lernen und Fragen in Bezug auf eigene Vorurteile stellen. Die Besucher werden mit Gesprächsideen ausgestattet, können aber auch ausschließlich eigene Fragen stellen. Diese persönlichen Begegnungen sollen einen empathischen Perspektivenwechsel ermöglichen. Dieser ist essentieller Bestandteil von Empathie und führt damit nachweislich zum Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung.

In der letzten Phase findet eine Reflexion mit den Besucher über das Erlebte und Erfahrene statt und es gibt die Möglichkeit zum Austausch darüber, wie die gesammelten Erfahrungen in den Alltag übertragen werden können. Zu diesem Zweck soll ab September 2016 für 2 Wochen durchgehend ein Raum in Berlin geschaffen werden, in dem das Projekt „Durch deine Augen – eine Perspektivenreise“ umgesetzt wird. Angehörige diskriminierter Gruppen, die ihre Erlebnisse im Rahmen des Museums mit anderen teilen möchten, sollen über den Kontakt zu Initiativen, Vereinen und Interessensgruppen erreicht werden.

Mit dem Projekt soll langfristig der Abbau von Vorurteilen und Unwissen über gesellschaftliche Gruppen gefördert werden. Konkret geschieht dies durch den persönlichen Austausch sowie die grundsätzliche Erfahrung, die Welt durch die Augen einer anderen Person zu sehen. Durch die größere Einbindung in den Kontext von Diskriminierung und Empathie wird außerdem ein Anknüpfungspunkt geboten, der über die bloße, unmittelbare Erfahrung hinausgeht und Anlass für tiefergehende Hinterfragung bietet. Dieser Aspekt wird noch einmal besonders in der Reflexionsphase der Teilnehmenden fokussiert, sodass eine abschließende Hinterfragung eigener Ideen und Bilder durch die Teilnehmenden erfolgen kann.

In diesem Projekt engagieren sich Ivo Bantel, Andreas Holzinger, Stefan Häfner und Hannah Keim, die alle seit 2015 Mitglieder im Studentenforum sind.

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